Den Weg teilen - pilgern auf dem Martinusweg
Martinuswege in Baden-Württemberg
Die "Via Sancti Martini" verbindet den Geburtsort des heiligen Martin, Szombathely in Ungarn, mit seiner Grablege in Tours in Frankreich. In Tannheim bei Biberach erreicht der Hauptweg Baden-Württemberg und führt weiter bis nach Speyer am Rhein.
Entstanden sind neben dem Hauptweg vier Regionalwege, die zahlreiche Martinskirchen miteinander verbinden und Pilger dazu einladen, sich mit dem heiligen Martin auf einen geistlichen Weg zu machen.
Wegverlauf und Etappen des Martinuswegs in Baden-Württemberg aufrufen
Europäischer Martinusweg
Seit September 2016 verläuft mit der Mittelroute ein zweiter Martinuspilgerweg "Via Sancti Martini" durch Europa. Der Weg beginn in Szombathely (Ungarn), der Geburtsstadt des Heiligen Martin und verläuft durch Österreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien und Frankreich bis nach Tours, wo der Heilige Martin Bischof war. Das Wegenetz umfasst insgesamt über 2500 Kilometer. Wir verstehen den europäischen Martinusweg als Pilgerweg und Kulturweg zugleich.
Pilgern auf dem Martinusweg kann so zur Spurensuche werden: nach Spuren des Hl. Martin in unserer Diözese, aber mehr noch nach Spuren Gottes in unserem Leben.
Wegverlauf und Etappen des Europäischen Martinusweg aufrufen.
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Neuester Beitrag vom 29.11.2025
Zu Martini nach Erfurt: Zweimal Martin
Am 8. November d.J., dem Sterbetag des hl. Martin von Tours, machen sich 16 Pilgerinnen und Pilger auf den Weg nach Worms, Fulda und Erfurt. Thematischer Schwerpunkt ist „Zweimal Martin“- Martin von Tours und Martin Luther; aber auch der hl. Bonifatius und die hl. Elisabeth sind präsent. Die Leitung haben Eugen Baldas und Rainer Moser-Fendel.
Erster Haltepunkt ist Worms, wo der Soldat Martin im Jahre 356 dem römischen Kaiser Julianus Apostata die Annahme der Sonderzahlung ablehnte und dem in Wut geratenen Kaiser sein Ausscheiden aus dem Militärdienst mitteilte; fortan wolle Martin „Soldat Christi“ sein. Martin Luther stand 1521 in Worms beim Reichstag vor Kaiser Karl V. und sollte seine Thesen widerrufen: Das „Ich stehe hier und kann nicht anders“ führte schließlich zur Kirchenspaltung. Thomas Jäger vom Caritasverband Worms führt die Pilgergruppe auf einem spirituellen Stadtgang vom Dom, über das Lutherdenkmal zur Martinskirche – ein besonderer Ort für die erste Statio.
Von Worms geht es weiter nach Fulda, mit Übernachtung im Bonifatius Haus. Am Sonntagmorgen gehen wir zum Grab des hl. Bonifatius und feiern den Gottesdienst im Dom zu Fulda mit. Nach Erläuterungen zur Michaelskirche durch Christoph Jordan führt uns der Weg nach Erfurt. Wir sind im Augustinerkloster untergebracht, wo einst Martin Luther lebte und das heute ein Hotel ist. Auch Papst Benedikt XVI. übernachtete hier. Es ist der 9. November: Wir nehmen uns viel Zeit für die alte Synagoge, die älteste in Europa erhaltene Synagoge. Beim Stadtgang mit Alois Wolf geht es zur Krämerbrücke, nach „klein Venedig“, zu Orten des Wirkens von Martin Luther und schließlich zum Essenstreff der Caritas Erfurt, ein Ort des Teilens. Domkapitular Bruno Heller zeigt uns den Erfurter Dom, verbunden mit interessanten Erläuterungen. Bonifatius hatte einst das Bistum Erfurt gegründet und bei seiner Übersiedlung nach Mainz dem Mainzer Bistum zugeschlagen. Die Verbindung von Erfurt mit Mainz ist durchweg sichtbar, u.a. auch durch den hl. Martin, den Stadtpatron von Erfurt. Im Dom wird eine Martinsreliquie aufbewahrt. Zum Martinsspiel, dargeboten von Auszubildenden, sind wir in der voll besetzten Severi-Kirche. Danach geht’s auf den großen Domplatz, wo etwa 10.000 Menschen beim ökumenischen Abendgebet versammelt sind. Auf der Treppe zum Dom kommt es zur fiktiven Begegnung „Martin trifft Martin“ - Martin Luther trifft Martin von Tours, verbunden mit aktuellen Beispielen des Teilens: Malteser, Schülerlotsen und Bahnhofsmission. Sind diese ehrenamtlichen Dienste doch Selbstverständlichkeiten im Alltag, die kaum als „Orte des Teilens“ wahrgenommen werden. Es ist der 10. November, Geburtstag von Martin Luther, der seit vielen Jahren als „Martini Erfurt“ groß gefeiert und mit dem Martinstag, 11. November, Tauftag Martin Luthers, verbunden wird. Zum Abschluss wird das „Großer Gott wir loben Dich“ angestimmt und gesungen. Wir nehmen das wahr als ein beeindruckendes ökumenisches Glaubenszeugnis.
Auf der Rückfahrt nach Freiburg, am Begräbnistag des hl. Martin, den 11.11., machen wir noch Halt in Eisenach auf der Wartburg, wo die hl. Elisabeth ab ihrem vierten Lebensjahr bis zum frühen Tod ihres Ehemanns Landgraf Ludwig lebte und wohin Martin Luther, auf der Rückreise von Worms, als „Junker Jörg“ versteckt wurde und dort das Neue Testament ins Deutsche übersetzten konnte. Ein Teil der Gruppe nahm den Fußweg von der Wartburg hinab nach Eisenach, den seinerzeit die hl. Elisabeth ging und später Martin Luther, bis zur Georgenkirche, wo sich Elisabeth mit dem Landgrafen Ludwig vermählte, wo Martin Luther predigte und wo Johann Sebastian Bach getauft wurde. Danach ging‘s zurück nach Hause, nach vier erfüllten und bereichernden Pilgertagen.
Eugen Baldas

Pilgergruppe in der Martinskirche in Worms

Die fiktive Begegnung: Mönch Martin Luther trifft Bischof Martin von Tours
Klausur der Martinusgemeinschaft 21.-22.11.2025 ... weiterlesen